Supply Chain Planning: Ebenen, Prozesse und Verantwortlichkeiten

Vertrieb, Einkauf und Produktion planen in vielen Unternehmen mit unterschiedlichen Zahlen. Der Monatsplan steht, in der Disposition kommt er aber spät oder in veränderter Form an, und Sicherheitsbestände fangen auf, was auf dem Weg verloren geht. Supply Chain Planning ordnet diese Planstände und legt fest, auf welcher Ebene welche Entscheidung fällt und wer an jeder Übergabe verantwortlich ist.

Inhaltsverzeichnis

Vertrieb, Einkauf und Produktion planen in vielen Unternehmen mit unterschiedlichen Zahlen. Der Monatsplan steht, in der Disposition kommt er aber spät oder in veränderter Form an, und Sicherheitsbestände fangen auf, was auf dem Weg verloren geht. Supply Chain Planning ordnet diese Planstände und legt fest, auf welcher Ebene welche Entscheidung fällt und wer an jeder Übergabe verantwortlich ist.

Dieser Ratgeber zur Supply Chain Planung erklärt die drei Planungsebenen, den Planungsprozess in der Lieferkette in sechs Schritten und die Rollen, die ihn tragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Supply Chain Planning gleicht Nachfrage und Angebot ab und legt fest, was wann beschafft, produziert und geliefert wird.
  • Geplant wird auf drei Ebenen, deren Horizont von mehreren Jahren (strategisch) über Monate bis wenige Jahre (taktisch) bis zu Tagen oder Stunden (operativ) reicht.
  • Der S&OP-Prozess ist der monatliche Abstimmungszyklus auf der taktischen Ebene. Er endet im Executive S&OP, in dem die Geschäftsleitung über die kritischen Punkte entscheidet, und seine Umsetzung wird anschließend überwacht.
  • Wirksam wird dieser Plan erst, wenn die nachgelagerte Bedarfsplanung ihn in Entscheidungen je Artikel übersetzt und jede Übergabe eine verantwortliche Rolle hat.

1. Was ist Supply Chain Planning?

Supply Chain Planning, auf Deutsch Lieferkettenplanung, ist der planende Teil des Supply Chain Managements. Es umfasst den Weg von Rohstoffen und Komponenten über die Produktion bis zum fertigen Produkt beim Kunden. Supply Chain Planning übersetzt die erwartete Nachfrage in Pläne für Beschaffung, Produktion, Distribution und Absatz und gleicht dabei Nachfrage und Angebot ab, um Engpässe und unnötige Bestände möglichst zu vermeiden.

Das SCOR-Modell beschreibt Planen in Version 12.0 als die Prozesse, die aggregierte Nachfrage und aggregiertes Angebot ausbalancieren. Der SCOR Digital Standard der ASCM unterscheidet sieben übergeordnete Managementprozesse, Orchestrate auf Level 0 sowie Plan, Order, Source, Transform, Fulfill und Return auf Level 1.

Supply Chain Planning, Supply Chain Management und Supply Chain Execution

Lieferkettenmanagement umfasst die Steuerung der gesamten Lieferkette von der Beschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung. Supply Chain Planning ist die Komponente darin, die vorausschaut und Pläne erstellt.

Die Planung findet im Vorfeld statt. Die Ausführung dieser Pläne im Tagesgeschäft, etwa die Steuerung von Materialien und Warenbewegungen, gehört zur Supply Chain Execution. Software für das Supply Chain Management wird entsprechend häufig in diese zwei Kategorien eingeteilt.

2. Die Bausteine der Supply Chain Planung

In der Praxis unterscheidet man typischerweise die folgenden Bausteine. Advanced Planning Systems bilden sie als eigene Module ab, Abgrenzung und Benennung variieren aber je nach Unternehmen und System.

Bedarfsprognose und Nachfrageplanung (Demand Planning)

Sagt den künftigen Bedarf je Produkt und Periode voraus und liefert eine wichtige Grundlage für Produktions-, Bestands- und Beschaffungspläne. Mehr zum Unterschied zwischen Prognose und Bedarfsplanung.

Bestandsplanung

Legt fest, wie viel Bestand an welchem Ort gehalten wird, einschließlich der Sicherheitsbestände gegen Schwankungen von Nachfrage und Lieferzeit.

Produktions- und Kapazitätsplanung

Plant die Produktionsmengen je Periode und prüft sie gegen die verfügbaren Kapazitäten.

Materialbedarfsplanung (MRP)

Leitet aus dem Produktionsplan anhand von Stücklisten, Beständen und offenen Bestellungen den Materialbedarf nach Menge und Termin ab.

Sales and Operations Planning (S&OP)

Stimmt monatlich die Pläne von Vertrieb, Marketing, Produktion, Beschaffung und Finanzen aufeinander ab.

Beschaffungs-, Distributions- und Transportplanung

Legt Materialabrufe, Losgrößen, die Verteilung auf Lager und den Fahrzeugeinsatz fest.

3. Die drei Planungsebenen im Supply Chain Planning

Supply Chain Planning ist hierarchisch aufgebaut. Die obere Ebene setzt den Rahmen, die Ebene darunter plant innerhalb dieser Vorgaben detaillierter und für einen kürzeren Zeitraum. Je tiefer die Ebene, desto genauer der Plan und desto kürzer der Horizont.

Planungsebenen im Supply Chain Planning

Strategisch
mehrere Jahre
Strategische LieferantenauswahlNetzwerk mit Standorten und DistributionsnetzWahl eines ProduktionssystemsProduktprogramm
Taktisch
Monate bis wenige Jahre · im S&OP monatlich aktualisiert
ProduktionsprogrammKapazitätsplanungAggregierte Material- und BeschaffungsplanungDistributionsplanungS&OP
Operativ
Tage bis wenige Monate · teils Stunden
Losgrößen und AblaufplanungMaterialabrufeLagerdispositionFahrzeugeinsatzTägliche Disposition
Je tiefer die Ebene, desto genauer der Plan und desto kürzer der Horizont.

Strategische Ebene

Auf der strategischen Ebene fallen die strukturellen Entscheidungen über die Gestalt der Lieferkette. Dazu gehören die strategische Lieferantenauswahl, die Gestaltung des Netzwerks mit Standortplanung und Distributionsnetz, die Wahl eines Produktionssystems und das Produktprogramm, also die Produktfelder, auf denen das Unternehmen künftig tätig sein will.

Der Horizont reicht über mehrere Jahre. Typische Fragen lauten, mit welchen Lieferanten das Unternehmen langfristig zusammenarbeitet und an welchen Standorten es produziert und lagert.

Taktische Ebene

Die taktische Ebene bestimmt, wie die vorhandenen Ressourcen eingesetzt werden und wie die Güter durch das Netzwerk fließen. Sie arbeitet häufig mit einem rollierenden Horizont von mehreren Monaten bis zu wenigen Jahren. Im S&OP-Prozess wird der Plan typischerweise monatlich überprüft und aktualisiert.

Geplant wird meist mit aggregierten Größen, etwa Produktfamilien, Gesamtmengen oder Werksbereichen. Wie stark aggregiert wird, hängt vom Unternehmen ab.

Zu den Aufgaben gehören das Produktionsprogramm, also die Mengen je Produktfamilie und Periode, die Kapazitätsplanung, die aggregierte Material- und Beschaffungsplanung, die Distributionsplanung und die taktische Absatzplanung.

Auf dieser Ebene läuft auch der S&OP-Prozess. Das APICS Dictionary beschreibt Sales and Operations Planning als Prozess, der taktische Pläne entwickelt und die Pläne von Vertrieb, Marketing, Entwicklung, Produktion, Beschaffung und Finanzen zu einem integrierten Plan zusammenführt.

Operative Ebene

Die operative Ebene erstellt auf Basis der Vorgaben von oben detaillierte Pläne für einige Tage bis wenige Monate. In der Netzwerkplanung legt der operative Plan teils erst Tage oder Stunden vor der Ausführung fest, welche Sendung welcher Ressource zugeteilt wird.

Typische Aufgaben sind Losgrößen, die Belegung der Anlagen und die Ablaufplanung in der Produktion, Materialabrufe beim Lieferanten, die Lagerdisposition und der Fahrzeugeinsatz. Die APICS ordnet die detaillierte Materialbedarfsplanung (MRP) der operativen Ebene zu, in der Supply Chain Planning Matrix steht die Materialbedarfsplanung in der mittelfristigen Zeile.

Zur täglichen Disposition gehört die Entscheidung, welche Artikel in welcher Menge, zu welchem Termin und an welchen Ort bestellt oder bereitgestellt werden. Die ermittelten Mengen und Termine gibt sie an den Einkauf weiter.

Tuma, Kruse und Pitzl (2010) und ein Whitepaper des Fraunhofer IML nennen für die Ebenen abweichende Spannen. Die Horizonte oben sind deshalb Richtwerte.

Wie die Ebenen ineinandergreifen

Strategische und taktische Vorgaben setzen den Rahmen für operative Entscheidungen. Die strategische Planung stellt Kapazitäten und Netzwerk bereit, die taktische Planung nimmt einen ersten Abgleich dieser Kapazitäten mit der möglichen Nachfrage vor, und die operative Planung teilt die Mengen konkreten Aufträgen, Anlagen und Fahrzeugen zu.

Beispiel

StrategieEin Bauteil künftig von zwei Lieferanten beziehen
S&OPAbsatz- und Produktionsvolumen der Produktfamilie für das Quartal
MPS und MRPBedarf für das Bauteil aus Stücklisten, Beständen und offenen Bestellungen
BeschaffungAufteilung auf beide Lieferanten

Ein Hersteller entscheidet strategisch, ein bestimmtes Bauteil künftig von zwei Lieferanten zu beziehen. Im S&OP-Prozess legt er für die zugehörige Produktfamilie das Absatz- und Produktionsvolumen des kommenden Quartals fest. Aus diesem Plan leiten Hauptproduktionsplanung und Materialbedarfsplanung anhand von Stücklisten, Beständen und offenen Bestellungen den konkreten Bedarf für das Bauteil ab. Die Beschaffung verteilt ihn unter Berücksichtigung von Lieferzeiten, Kapazitäten und Mindestbestellmengen auf beide Lieferanten.

Die Abstimmung läuft in beide Richtungen. Ergebnisse der operativen Planung fließen als Rückmeldung in die taktische Planung, Ergebnisse der taktischen Planung in die strategische. So werden taktischer und strategischer Plan fortlaufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Die Supply Chain Planning Matrix

Die Supply Chain Planning Matrix, beschrieben von Rohde, Meyr und Wagner im Jahr 2000, ordnet die Planungsaufgaben einer Lieferkette nach zwei Dimensionen. Die Zeilen unterscheiden den Planungshorizont, die Spalten den Prozess in der Lieferkette.

Supply Chain Planning Matrix nach Rohde, Meyr und Wagner (2000)

HorizontBeschaffungProduktionDistributionAbsatz
LangfristigMaterialprogramm, LieferantenwahlWahl eines Produktions­systems, StandortplanungDistributionsnetzProduktprogramm, strategische Absatzplanung
MittelfristigPersonalplanung, Material­bedarfs­planung, Verträge abschließenProduktions­programm, KapazitätsplanungDistributions­planungTaktische Absatzplanung
KurzfristigPersonal­einsatz­planung, MaterialabrufeLosgrößen, Belegung, AblaufplanungLagerdisposition, FahrzeugeinsatzOperative Absatzplanung

Advanced Planning Systems greifen diese Struktur auf und bilden die Aufgaben in Modulen ab, darunter Strategic Network Planning, Master Planning, Demand Planning, Distribution Planning und Material Requirements Planning.

4. Der Planungsprozess in der Lieferkette in sechs Schritten

Im Planungsprozess der Lieferkette arbeiten die Ebenen Monat für Monat zusammen. Die Schritte 1 bis 5 folgen dem monatlichen S&OP-Zyklus aus einer APICS-Einführung in S&OP (McPhail, 2015). Schritt 6 ergänzt die Übersetzung in operative Entscheidungen.

Planungsprozess in der Lieferkette

Monatlicher S&OP-Zyklus · Schritte 1 bis 5
01
Prognose­berichte erstellen
02
Nachfrage planen
03
Angebot planen
04
Pre-S&OP
05
Executive S&OP
06
In operative Entschei­dungen übersetzen
↺
Abweichungen zwischen Plan und Ist fließen zurück
  1. Prognoseberichte erstellen. Statistische Prognose, Einschätzungen des Außendienstes und Prognosen des Managements werden für den Zyklus zusammengestellt. Ein Abgleich mit den Bestandsdaten lohnt sich, denn wo Fehlbestände auftraten, liegen die beobachteten Verkäufe unter der tatsächlichen Nachfrage.
  2. Nachfrage planen. Das Demand-Planning-Team legt die Absatzprognose fest und stimmt sie mit Preisen und geplanten Verkaufsaktionen ab. Grundlage sind die Produkt-, Marketing- und Vertriebspläne. Hintergrund liefern unsere Beiträge zur Absatz- und Nachfrageplanung und zum Unterschied zwischen Prognose und Bedarfsplanung.
  3. Angebot planen. Im Supply Planning prüft das Team den Entwurf gegen Kapazitätsgrenzen und die Verfügbarkeit der Ressourcen und erstellt einen zweiten Entwurf.
  4. Pre-S&OP. Das Pre-S&OP-Team trifft Abgleichsentscheidungen zwischen Nachfrage und Angebot, soweit sie in seinem Rahmen liegen, löst Probleme und entwickelt Alternativen. Szenarioplanung hilft, Alternativen zu vergleichen. Was die Geschäftsleitung entscheiden muss, gibt es mit Empfehlungen und Agenda an das Executive S&OP weiter.
  5. Executive S&OP. Die Geschäftsleitung entscheidet über die kritischen Punkte, gibt Ausgaben für die Produktion frei und prüft den Finanzplan. In der APICS-Einführung umfasst der Plan beispielhaft 18 Monate und wird ins Budget übernommen. Der passende Horizont hängt vom Unternehmen ab.
  6. In operative Entscheidungen übersetzen. Der S&OP-Plan ist die Grundlage für die detaillierte Produktions-, Materialbedarfs- und Distributionsplanung, etwa im Master Production Scheduling (MPS), in der Materialbedarfsplanung (MRP) und in der Distributionsbedarfsplanung (DRP). Diese übersetzt die aggregierten Vorgaben schrittweise in Beschaffungsbedarfe, Produktionsaufträge und Dispositionsentscheidungen. Die Umsetzung wird überwacht, Abweichungen zwischen Plan und Ist fließen zurück.

Auf unserer Lösungsseite steht, wie sich der S&OP-Prozess mit datenbasiertem Demand Forecasting unterstützen lässt.

5. Wer verantwortet was? Rollen im Supply Chain Planning

Die APICS-Einführung nennt sechs Rollen im S&OP-Prozess. Auf der operativen Ebene kommt die Disposition hinzu.

Rollen im Supply Chain Planning

RolleEbeneVerantwortung
Executive Sponsor (Geschäftsleitung)übergreifendsetzt Erwartungen, gibt Ressourcen frei, räumt Hindernisse aus
S&OP-Prozess­verantwortlichetaktischführt den Monatszyklus und die Teams zum Konsens
Demand-Planning-Teamtaktischlegt die Absatzprognose fest, abgestimmt mit Preisen und Aktionen; beobachtet den Markt
Supply-Planning-TeamtaktischProduktionsplan, Prüfung der Ressourcen
Pre-S&OP-Teamtaktischtrifft Abgleichsentscheidungen in seinem Rahmen, löst Probleme, entwickelt Alternativen, gibt Entscheidungen für die Geschäftsleitung mit Empfehlungen an das Executive S&OP weiter
Executive-S&OP-Teamtaktischentscheidet kritische Punkte, gibt Ausgaben für die Produktion frei, prüft den Finanzplan
Disposition (Bestands- und Materialdisposition)operativsetzt den Plan in Bestell- und Bereitstellungsentscheidungen um und gibt Mengen und Termine an den Einkauf weiter

Checkliste

Für jede Übergabe sollte feststehen:

  • welche Daten und Vorgaben die Rolle von der Ebene darüber erhält,
  • wer den Entwurf erstellt und wer ihn freigibt,
  • bis wann die Freigabe im Monatszyklus erfolgt,
  • in welchem Detailgrad der Plan weitergegeben wird, etwa je Produktfamilie oder je Artikel.

Für die Supply-Chain-Leitung lohnt es sich, auch den letzten Schritt ausdrücklich zuzuordnen, den vom freigegebenen Plan in die tägliche Disposition. Zur gemeinsamen Abstimmung von Vertrieb und Planung siehe den Glossarbeitrag Collaborative Demand Planning.

6. Die Übergabe vom Monatsplan zur Bestellung

Der S&OP-Plan entsteht monatlich und in aggregierten Größen. Die operative Ebene arbeitet mit einzelnen Artikeln und Tagen. Dazwischen liegen Master Production Scheduling, Materialbedarfs- und Distributionsplanung, die den Plan von Produktfamilien auf Artikel, Standorte und Lieferanten herunterbrechen.

Beispiel mit fiktiven Werten

Angenommen, der S&OP-Plan sieht für eine Produktfamilie im März 12.000 Stück vor (fiktive Werte). Die nachgelagerte Planung braucht daraus Mengen je Artikel, Lager und Lieferant. Verteilt sie die 12.000 Stück nach den Anteilen des Vorjahres, fehlen Verschiebungen innerhalb des Sortiments im Plan, und einzelne Artikel laufen leer, während andere sich im Lager stapeln.

An dieser Übergabe entstehen typische Bruchstellen.

Der Plan liegt in mehreren Excel-Versionen vor, und jede Abteilung arbeitet mit ihrer eigenen.

Verschiebungen in der Nachfrage und Verzögerungen bei Lieferungen fallen in der Disposition zu spät auf.

Disponenten prüfen tausende Artikel ohne Priorisierung.

Statisch festgelegte Sicherheitsbestände bilden Veränderungen der Nachfrage- und Lieferzeitunsicherheit oft nicht ab. Dadurch entstehen unnötig hohe Bestände oder Versorgungslücken.

Die Folgen zeigen sich in Bestand und Lieferfähigkeit. Fehlmengen lösen Eilbestellungen aus, zu hohe Bestände binden Kapital.

7. Trends: Künstliche Intelligenz und Integrated Business Planning

Künstliche Intelligenz

M5-Prognosewettbewerb 2020

Machine-Learning-Verfahren haben in der Absatzprognose an Gewicht gewonnen. Im M5-Prognosewettbewerb von 2020 waren alle bestplatzierten Methoden reine Machine-Learning-Verfahren und deutlich besser als alle statistischen Vergleichsverfahren, und alle Gewinner nutzten zusätzlich externe Informationen (Makridakis, Spiliotis und Assimakopoulos, International Journal of Forecasting, 2022). Der Wettbewerb beruhte auf Absatzdaten aus dem Einzelhandel, die Ergebnisse lassen sich deshalb nur bedingt auf andere Branchen und Datenlagen übertragen.

Integrated Business Planning

S&OP → IBP

Die Beratung Oliver Wight beschreibt Integrated Business Planning (IBP) als Weiterentwicklung von S&OP. Schon die APICS-Definition von S&OP schließt die Finanzpläne ein. IBP verknüpft Portfolio-, Nachfrage-, Angebots- und Finanzpläne noch enger und bindet die mittelfristigen Entscheidungen ausdrücklich an die Wachstumsstrategie des Unternehmens.

8. Software im Planungsprozess

Das ERP-System bildet die Geschäftsprozesse und Transaktionen ab. Planungssoftware deckt je nach System unterschiedliche Bereiche der Matrix ab, etwa die Prognose oder den Bestellvorschlag, und arbeitet mit den Daten aus dem ERP. Unser Leitfaden zur Supply Chain Optimierung ordnet die Supply Chain Planung in die Optimierung der gesamten Lieferkette ein.

pacemaker.ai ergänzt bestehende ERP-Systeme um eine KI-gestützte Entscheidungsebene und setzt an zwei Stellen des Planungsprozesses an. In der Nachfrageplanung erstellt Demand Forecasting die Prognose.

Bei den Machine-Learning-Modellen zeigen Forecast Explanations für jeden Prognosewert, welche Faktoren ihn nach oben oder unten treiben. Im Consensus-Prozess stimmen Vertrieb, Planung und Management die erwartete Nachfrage auf eine gemeinsame Zahl ab. Jede Änderung ist einer Person zugeordnet, und die Summen über die Hierarchie gehen immer auf.

In der operativen Disposition erstellt Replenishment Decision Intelligence auf Basis einer Prognose je Artikel Bestellvorschläge und berücksichtigt dabei Lieferzeiten und Mindestmengen. Ausnahmebasierte Alerts heben die wenigen Artikel hervor, bei denen Disponenten handeln müssen, etwa wenn eine offene Bestellung voraussichtlich erst nach einem drohenden Fehlbestand eintrifft.

Im Szenariomodus prüfen Disponenten vorab, wie sich eine geänderte Lieferzeit oder Mindestmenge auf den Plan auswirkt. Im Review Cycle arbeiten sie ihre Artikel in einer gemeinsamen, nachverfolgbaren Planungsrunde ab.

Das System schlägt vor, Ihr Team entscheidet.

„Durch die Integration von Advanced AI und Machine Learning in unsere Supply Chain Planung erzielen wir höhere Prognosegenauigkeiten, reduzierte Lagerbestände und treffen smartere, datengetriebene Entscheidungen.“

Tatjana Sauter, Director Supply Chain Management, Eberspächer Group

9. Häufige Fragen zu Supply Chain Planning

Was ist der Unterschied zwischen Supply Chain Planning und Supply Chain Management?

Supply Chain Management steuert die gesamte Lieferkette. Supply Chain Planning ist die planende Komponente darin und legt fest, was wann beschafft, produziert und geliefert wird. Die Ausführung der Pläne im Tagesgeschäft heißt Supply Chain Execution.

Wie hängen Supply Chain Planning und S&OP zusammen?

S&OP ist der Abstimmungsprozess auf der taktischen Ebene des Supply Chain Planning. Das APICS Dictionary beschreibt S&OP als Prozess, der taktische Pläne entwickelt und die Pläne von Vertrieb, Marketing, Entwicklung, Produktion, Beschaffung und Finanzen zusammenführt. Der S&OP-Plan ist die Vorgabe für die detaillierte Produktions-, Material- und Distributionsplanung.

Welche Planungshorizonte gelten für strategische, taktische und operative Planung?

Die strategische Planung reicht über mehrere Jahre. Die taktische Planung umfasst meist mehrere Monate bis wenige Jahre und wird im S&OP-Prozess typischerweise monatlich aktualisiert. Die operative Planung deckt einige Tage bis wenige Monate ab, in der Netzwerkplanung teils nur Stunden.

Wer ist für Supply Chain Planning verantwortlich?

Im S&OP-Prozess führt eine prozessverantwortliche Person den Monatszyklus, Demand- und Supply-Planning-Teams erstellen die Pläne, und die Geschäftsleitung entscheidet im Executive S&OP über die kritischen Punkte. Ein Executive Sponsor aus der Geschäftsleitung setzt die Erwartungen und stellt die Ressourcen bereit. Auf der operativen Ebene setzt die Disposition den Plan über die detaillierte Bedarfsplanung in Bestell- und Bereitstellungsentscheidungen um.

Was ist die Supply Chain Planning Matrix?

Die Supply Chain Planning Matrix ordnet die Planungsaufgaben einer Lieferkette nach Planungshorizont und Prozess. Die Zeilen unterscheiden lang-, mittel- und kurzfristige Aufgaben, die Spalten Beschaffung, Produktion, Distribution und Absatz. Beschrieben haben sie Rohde, Meyr und Wagner im Jahr 2000.

Was macht ein Supply Chain Planner?

Supply Chain Planner erstellen und pflegen die Pläne für Nachfrage, Angebot und Bestände. Je nach Organisation arbeiten sie im S&OP-Prozess in den Demand- oder Supply-Planning-Teams oder übersetzen auf der operativen Ebene den Plan in Bestell- und Bereitstellungsentscheidungen. In kleineren Unternehmen liegen diese Aufgaben oft bei derselben Person.

Was gehört zur Supply Chain Planung?

Typischerweise gehören dazu Bedarfsprognose und Nachfrageplanung, Bestandsplanung, Produktions- und Kapazitätsplanung, Materialbedarfsplanung, Sales and Operations Planning sowie Beschaffungs-, Distributions- und Transportplanung. Sie verteilen sich auf eine strategische, eine taktische und eine operative Planungsebene.

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11. Quellen

*Hinweis zur Entstehung: Bei der Recherche und Erstellung dieses Beitrags haben wir KI-gestützte Werkzeuge eingesetzt. Die Inhalte wurden redaktionell geprüft und mit den angegebenen Quellen abgeglichen. Fehler lassen sich trotzdem nicht vollständig ausschließen. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung im Einzelfall. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung für Schäden, die aus der Nutzung der Informationen entstehen, ist ausgeschlossen, soweit dies gesetzlich zulässig ist.

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Vertrieb, Einkauf und Produktion planen in vielen Unternehmen mit unterschiedlichen Zahlen. Der Monatsplan steht, in der Disposition kommt er aber spät oder in veränderter Form an, und Sicherheitsbestände fangen auf, was auf dem Weg verloren geht. Supply Chain Planning ordnet diese Planstände und legt fest, auf welcher Ebene welche Entscheidung fällt und wer an jeder Übergabe verantwortlich ist.

Dieser Ratgeber zur Supply Chain Planung erklärt die drei Planungsebenen, den Planungsprozess in der Lieferkette in sechs Schritten und die Rollen, die ihn tragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Supply Chain Planning gleicht Nachfrage und Angebot ab und legt fest, was wann beschafft, produziert und geliefert wird.
  • Geplant wird auf drei Ebenen, deren Horizont von mehreren Jahren (strategisch) über Monate bis wenige Jahre (taktisch) bis zu Tagen oder Stunden (operativ) reicht.
  • Der S&OP-Prozess ist der monatliche Abstimmungszyklus auf der taktischen Ebene. Er endet im Executive S&OP, in dem die Geschäftsleitung über die kritischen Punkte entscheidet, und seine Umsetzung wird anschließend überwacht.
  • Wirksam wird dieser Plan erst, wenn die nachgelagerte Bedarfsplanung ihn in Entscheidungen je Artikel übersetzt und jede Übergabe eine verantwortliche Rolle hat.

1. Was ist Supply Chain Planning?

Supply Chain Planning, auf Deutsch Lieferkettenplanung, ist der planende Teil des Supply Chain Managements. Es umfasst den Weg von Rohstoffen und Komponenten über die Produktion bis zum fertigen Produkt beim Kunden. Supply Chain Planning übersetzt die erwartete Nachfrage in Pläne für Beschaffung, Produktion, Distribution und Absatz und gleicht dabei Nachfrage und Angebot ab, um Engpässe und unnötige Bestände möglichst zu vermeiden.

Das SCOR-Modell beschreibt Planen in Version 12.0 als die Prozesse, die aggregierte Nachfrage und aggregiertes Angebot ausbalancieren. Der SCOR Digital Standard der ASCM unterscheidet sieben übergeordnete Managementprozesse, Orchestrate auf Level 0 sowie Plan, Order, Source, Transform, Fulfill und Return auf Level 1.

Supply Chain Planning, Supply Chain Management und Supply Chain Execution

Lieferkettenmanagement umfasst die Steuerung der gesamten Lieferkette von der Beschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung. Supply Chain Planning ist die Komponente darin, die vorausschaut und Pläne erstellt.

Die Planung findet im Vorfeld statt. Die Ausführung dieser Pläne im Tagesgeschäft, etwa die Steuerung von Materialien und Warenbewegungen, gehört zur Supply Chain Execution. Software für das Supply Chain Management wird entsprechend häufig in diese zwei Kategorien eingeteilt.

2. Die Bausteine der Supply Chain Planung

In der Praxis unterscheidet man typischerweise die folgenden Bausteine. Advanced Planning Systems bilden sie als eigene Module ab, Abgrenzung und Benennung variieren aber je nach Unternehmen und System.

Bedarfsprognose und Nachfrageplanung (Demand Planning)

Sagt den künftigen Bedarf je Produkt und Periode voraus und liefert eine wichtige Grundlage für Produktions-, Bestands- und Beschaffungspläne. Mehr zum Unterschied zwischen Prognose und Bedarfsplanung.

Bestandsplanung

Legt fest, wie viel Bestand an welchem Ort gehalten wird, einschließlich der Sicherheitsbestände gegen Schwankungen von Nachfrage und Lieferzeit.

Produktions- und Kapazitätsplanung

Plant die Produktionsmengen je Periode und prüft sie gegen die verfügbaren Kapazitäten.

Materialbedarfsplanung (MRP)

Leitet aus dem Produktionsplan anhand von Stücklisten, Beständen und offenen Bestellungen den Materialbedarf nach Menge und Termin ab.

Sales and Operations Planning (S&OP)

Stimmt monatlich die Pläne von Vertrieb, Marketing, Produktion, Beschaffung und Finanzen aufeinander ab.

Beschaffungs-, Distributions- und Transportplanung

Legt Materialabrufe, Losgrößen, die Verteilung auf Lager und den Fahrzeugeinsatz fest.

3. Die drei Planungsebenen im Supply Chain Planning

Supply Chain Planning ist hierarchisch aufgebaut. Die obere Ebene setzt den Rahmen, die Ebene darunter plant innerhalb dieser Vorgaben detaillierter und für einen kürzeren Zeitraum. Je tiefer die Ebene, desto genauer der Plan und desto kürzer der Horizont.

Planungsebenen im Supply Chain Planning

Strategisch
mehrere Jahre
Strategische LieferantenauswahlNetzwerk mit Standorten und DistributionsnetzWahl eines ProduktionssystemsProduktprogramm
Taktisch
Monate bis wenige Jahre · im S&OP monatlich aktualisiert
ProduktionsprogrammKapazitätsplanungAggregierte Material- und BeschaffungsplanungDistributionsplanungS&OP
Operativ
Tage bis wenige Monate · teils Stunden
Losgrößen und AblaufplanungMaterialabrufeLagerdispositionFahrzeugeinsatzTägliche Disposition
Je tiefer die Ebene, desto genauer der Plan und desto kürzer der Horizont.

Strategische Ebene

Auf der strategischen Ebene fallen die strukturellen Entscheidungen über die Gestalt der Lieferkette. Dazu gehören die strategische Lieferantenauswahl, die Gestaltung des Netzwerks mit Standortplanung und Distributionsnetz, die Wahl eines Produktionssystems und das Produktprogramm, also die Produktfelder, auf denen das Unternehmen künftig tätig sein will.

Der Horizont reicht über mehrere Jahre. Typische Fragen lauten, mit welchen Lieferanten das Unternehmen langfristig zusammenarbeitet und an welchen Standorten es produziert und lagert.

Taktische Ebene

Die taktische Ebene bestimmt, wie die vorhandenen Ressourcen eingesetzt werden und wie die Güter durch das Netzwerk fließen. Sie arbeitet häufig mit einem rollierenden Horizont von mehreren Monaten bis zu wenigen Jahren. Im S&OP-Prozess wird der Plan typischerweise monatlich überprüft und aktualisiert.

Geplant wird meist mit aggregierten Größen, etwa Produktfamilien, Gesamtmengen oder Werksbereichen. Wie stark aggregiert wird, hängt vom Unternehmen ab.

Zu den Aufgaben gehören das Produktionsprogramm, also die Mengen je Produktfamilie und Periode, die Kapazitätsplanung, die aggregierte Material- und Beschaffungsplanung, die Distributionsplanung und die taktische Absatzplanung.

Auf dieser Ebene läuft auch der S&OP-Prozess. Das APICS Dictionary beschreibt Sales and Operations Planning als Prozess, der taktische Pläne entwickelt und die Pläne von Vertrieb, Marketing, Entwicklung, Produktion, Beschaffung und Finanzen zu einem integrierten Plan zusammenführt.

Operative Ebene

Die operative Ebene erstellt auf Basis der Vorgaben von oben detaillierte Pläne für einige Tage bis wenige Monate. In der Netzwerkplanung legt der operative Plan teils erst Tage oder Stunden vor der Ausführung fest, welche Sendung welcher Ressource zugeteilt wird.

Typische Aufgaben sind Losgrößen, die Belegung der Anlagen und die Ablaufplanung in der Produktion, Materialabrufe beim Lieferanten, die Lagerdisposition und der Fahrzeugeinsatz. Die APICS ordnet die detaillierte Materialbedarfsplanung (MRP) der operativen Ebene zu, in der Supply Chain Planning Matrix steht die Materialbedarfsplanung in der mittelfristigen Zeile.

Zur täglichen Disposition gehört die Entscheidung, welche Artikel in welcher Menge, zu welchem Termin und an welchen Ort bestellt oder bereitgestellt werden. Die ermittelten Mengen und Termine gibt sie an den Einkauf weiter.

Tuma, Kruse und Pitzl (2010) und ein Whitepaper des Fraunhofer IML nennen für die Ebenen abweichende Spannen. Die Horizonte oben sind deshalb Richtwerte.

Wie die Ebenen ineinandergreifen

Strategische und taktische Vorgaben setzen den Rahmen für operative Entscheidungen. Die strategische Planung stellt Kapazitäten und Netzwerk bereit, die taktische Planung nimmt einen ersten Abgleich dieser Kapazitäten mit der möglichen Nachfrage vor, und die operative Planung teilt die Mengen konkreten Aufträgen, Anlagen und Fahrzeugen zu.

Beispiel

StrategieEin Bauteil künftig von zwei Lieferanten beziehen
S&OPAbsatz- und Produktionsvolumen der Produktfamilie für das Quartal
MPS und MRPBedarf für das Bauteil aus Stücklisten, Beständen und offenen Bestellungen
BeschaffungAufteilung auf beide Lieferanten

Ein Hersteller entscheidet strategisch, ein bestimmtes Bauteil künftig von zwei Lieferanten zu beziehen. Im S&OP-Prozess legt er für die zugehörige Produktfamilie das Absatz- und Produktionsvolumen des kommenden Quartals fest. Aus diesem Plan leiten Hauptproduktionsplanung und Materialbedarfsplanung anhand von Stücklisten, Beständen und offenen Bestellungen den konkreten Bedarf für das Bauteil ab. Die Beschaffung verteilt ihn unter Berücksichtigung von Lieferzeiten, Kapazitäten und Mindestbestellmengen auf beide Lieferanten.

Die Abstimmung läuft in beide Richtungen. Ergebnisse der operativen Planung fließen als Rückmeldung in die taktische Planung, Ergebnisse der taktischen Planung in die strategische. So werden taktischer und strategischer Plan fortlaufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Die Supply Chain Planning Matrix

Die Supply Chain Planning Matrix, beschrieben von Rohde, Meyr und Wagner im Jahr 2000, ordnet die Planungsaufgaben einer Lieferkette nach zwei Dimensionen. Die Zeilen unterscheiden den Planungshorizont, die Spalten den Prozess in der Lieferkette.

Supply Chain Planning Matrix nach Rohde, Meyr und Wagner (2000)

HorizontBeschaffungProduktionDistributionAbsatz
LangfristigMaterialprogramm, LieferantenwahlWahl eines Produktions­systems, StandortplanungDistributionsnetzProduktprogramm, strategische Absatzplanung
MittelfristigPersonalplanung, Material­bedarfs­planung, Verträge abschließenProduktions­programm, KapazitätsplanungDistributions­planungTaktische Absatzplanung
KurzfristigPersonal­einsatz­planung, MaterialabrufeLosgrößen, Belegung, AblaufplanungLagerdisposition, FahrzeugeinsatzOperative Absatzplanung

Advanced Planning Systems greifen diese Struktur auf und bilden die Aufgaben in Modulen ab, darunter Strategic Network Planning, Master Planning, Demand Planning, Distribution Planning und Material Requirements Planning.

4. Der Planungsprozess in der Lieferkette in sechs Schritten

Im Planungsprozess der Lieferkette arbeiten die Ebenen Monat für Monat zusammen. Die Schritte 1 bis 5 folgen dem monatlichen S&OP-Zyklus aus einer APICS-Einführung in S&OP (McPhail, 2015). Schritt 6 ergänzt die Übersetzung in operative Entscheidungen.

Planungsprozess in der Lieferkette

Monatlicher S&OP-Zyklus · Schritte 1 bis 5
01
Prognose­berichte erstellen
02
Nachfrage planen
03
Angebot planen
04
Pre-S&OP
05
Executive S&OP
06
In operative Entschei­dungen übersetzen
↺
Abweichungen zwischen Plan und Ist fließen zurück
  1. Prognoseberichte erstellen. Statistische Prognose, Einschätzungen des Außendienstes und Prognosen des Managements werden für den Zyklus zusammengestellt. Ein Abgleich mit den Bestandsdaten lohnt sich, denn wo Fehlbestände auftraten, liegen die beobachteten Verkäufe unter der tatsächlichen Nachfrage.
  2. Nachfrage planen. Das Demand-Planning-Team legt die Absatzprognose fest und stimmt sie mit Preisen und geplanten Verkaufsaktionen ab. Grundlage sind die Produkt-, Marketing- und Vertriebspläne. Hintergrund liefern unsere Beiträge zur Absatz- und Nachfrageplanung und zum Unterschied zwischen Prognose und Bedarfsplanung.
  3. Angebot planen. Im Supply Planning prüft das Team den Entwurf gegen Kapazitätsgrenzen und die Verfügbarkeit der Ressourcen und erstellt einen zweiten Entwurf.
  4. Pre-S&OP. Das Pre-S&OP-Team trifft Abgleichsentscheidungen zwischen Nachfrage und Angebot, soweit sie in seinem Rahmen liegen, löst Probleme und entwickelt Alternativen. Szenarioplanung hilft, Alternativen zu vergleichen. Was die Geschäftsleitung entscheiden muss, gibt es mit Empfehlungen und Agenda an das Executive S&OP weiter.
  5. Executive S&OP. Die Geschäftsleitung entscheidet über die kritischen Punkte, gibt Ausgaben für die Produktion frei und prüft den Finanzplan. In der APICS-Einführung umfasst der Plan beispielhaft 18 Monate und wird ins Budget übernommen. Der passende Horizont hängt vom Unternehmen ab.
  6. In operative Entscheidungen übersetzen. Der S&OP-Plan ist die Grundlage für die detaillierte Produktions-, Materialbedarfs- und Distributionsplanung, etwa im Master Production Scheduling (MPS), in der Materialbedarfsplanung (MRP) und in der Distributionsbedarfsplanung (DRP). Diese übersetzt die aggregierten Vorgaben schrittweise in Beschaffungsbedarfe, Produktionsaufträge und Dispositionsentscheidungen. Die Umsetzung wird überwacht, Abweichungen zwischen Plan und Ist fließen zurück.

Auf unserer Lösungsseite steht, wie sich der S&OP-Prozess mit datenbasiertem Demand Forecasting unterstützen lässt.

5. Wer verantwortet was? Rollen im Supply Chain Planning

Die APICS-Einführung nennt sechs Rollen im S&OP-Prozess. Auf der operativen Ebene kommt die Disposition hinzu.

Rollen im Supply Chain Planning

RolleEbeneVerantwortung
Executive Sponsor (Geschäftsleitung)übergreifendsetzt Erwartungen, gibt Ressourcen frei, räumt Hindernisse aus
S&OP-Prozess­verantwortlichetaktischführt den Monatszyklus und die Teams zum Konsens
Demand-Planning-Teamtaktischlegt die Absatzprognose fest, abgestimmt mit Preisen und Aktionen; beobachtet den Markt
Supply-Planning-TeamtaktischProduktionsplan, Prüfung der Ressourcen
Pre-S&OP-Teamtaktischtrifft Abgleichsentscheidungen in seinem Rahmen, löst Probleme, entwickelt Alternativen, gibt Entscheidungen für die Geschäftsleitung mit Empfehlungen an das Executive S&OP weiter
Executive-S&OP-Teamtaktischentscheidet kritische Punkte, gibt Ausgaben für die Produktion frei, prüft den Finanzplan
Disposition (Bestands- und Materialdisposition)operativsetzt den Plan in Bestell- und Bereitstellungsentscheidungen um und gibt Mengen und Termine an den Einkauf weiter

Checkliste

Für jede Übergabe sollte feststehen:

  • welche Daten und Vorgaben die Rolle von der Ebene darüber erhält,
  • wer den Entwurf erstellt und wer ihn freigibt,
  • bis wann die Freigabe im Monatszyklus erfolgt,
  • in welchem Detailgrad der Plan weitergegeben wird, etwa je Produktfamilie oder je Artikel.

Für die Supply-Chain-Leitung lohnt es sich, auch den letzten Schritt ausdrücklich zuzuordnen, den vom freigegebenen Plan in die tägliche Disposition. Zur gemeinsamen Abstimmung von Vertrieb und Planung siehe den Glossarbeitrag Collaborative Demand Planning.

6. Die Übergabe vom Monatsplan zur Bestellung

Der S&OP-Plan entsteht monatlich und in aggregierten Größen. Die operative Ebene arbeitet mit einzelnen Artikeln und Tagen. Dazwischen liegen Master Production Scheduling, Materialbedarfs- und Distributionsplanung, die den Plan von Produktfamilien auf Artikel, Standorte und Lieferanten herunterbrechen.

Beispiel mit fiktiven Werten

Angenommen, der S&OP-Plan sieht für eine Produktfamilie im März 12.000 Stück vor (fiktive Werte). Die nachgelagerte Planung braucht daraus Mengen je Artikel, Lager und Lieferant. Verteilt sie die 12.000 Stück nach den Anteilen des Vorjahres, fehlen Verschiebungen innerhalb des Sortiments im Plan, und einzelne Artikel laufen leer, während andere sich im Lager stapeln.

An dieser Übergabe entstehen typische Bruchstellen.

Der Plan liegt in mehreren Excel-Versionen vor, und jede Abteilung arbeitet mit ihrer eigenen.

Verschiebungen in der Nachfrage und Verzögerungen bei Lieferungen fallen in der Disposition zu spät auf.

Disponenten prüfen tausende Artikel ohne Priorisierung.

Statisch festgelegte Sicherheitsbestände bilden Veränderungen der Nachfrage- und Lieferzeitunsicherheit oft nicht ab. Dadurch entstehen unnötig hohe Bestände oder Versorgungslücken.

Die Folgen zeigen sich in Bestand und Lieferfähigkeit. Fehlmengen lösen Eilbestellungen aus, zu hohe Bestände binden Kapital.

7. Trends: Künstliche Intelligenz und Integrated Business Planning

Künstliche Intelligenz

M5-Prognosewettbewerb 2020

Machine-Learning-Verfahren haben in der Absatzprognose an Gewicht gewonnen. Im M5-Prognosewettbewerb von 2020 waren alle bestplatzierten Methoden reine Machine-Learning-Verfahren und deutlich besser als alle statistischen Vergleichsverfahren, und alle Gewinner nutzten zusätzlich externe Informationen (Makridakis, Spiliotis und Assimakopoulos, International Journal of Forecasting, 2022). Der Wettbewerb beruhte auf Absatzdaten aus dem Einzelhandel, die Ergebnisse lassen sich deshalb nur bedingt auf andere Branchen und Datenlagen übertragen.

Integrated Business Planning

S&OP → IBP

Die Beratung Oliver Wight beschreibt Integrated Business Planning (IBP) als Weiterentwicklung von S&OP. Schon die APICS-Definition von S&OP schließt die Finanzpläne ein. IBP verknüpft Portfolio-, Nachfrage-, Angebots- und Finanzpläne noch enger und bindet die mittelfristigen Entscheidungen ausdrücklich an die Wachstumsstrategie des Unternehmens.

8. Software im Planungsprozess

Das ERP-System bildet die Geschäftsprozesse und Transaktionen ab. Planungssoftware deckt je nach System unterschiedliche Bereiche der Matrix ab, etwa die Prognose oder den Bestellvorschlag, und arbeitet mit den Daten aus dem ERP. Unser Leitfaden zur Supply Chain Optimierung ordnet die Supply Chain Planung in die Optimierung der gesamten Lieferkette ein.

pacemaker.ai ergänzt bestehende ERP-Systeme um eine KI-gestützte Entscheidungsebene und setzt an zwei Stellen des Planungsprozesses an. In der Nachfrageplanung erstellt Demand Forecasting die Prognose.

Bei den Machine-Learning-Modellen zeigen Forecast Explanations für jeden Prognosewert, welche Faktoren ihn nach oben oder unten treiben. Im Consensus-Prozess stimmen Vertrieb, Planung und Management die erwartete Nachfrage auf eine gemeinsame Zahl ab. Jede Änderung ist einer Person zugeordnet, und die Summen über die Hierarchie gehen immer auf.

In der operativen Disposition erstellt Replenishment Decision Intelligence auf Basis einer Prognose je Artikel Bestellvorschläge und berücksichtigt dabei Lieferzeiten und Mindestmengen. Ausnahmebasierte Alerts heben die wenigen Artikel hervor, bei denen Disponenten handeln müssen, etwa wenn eine offene Bestellung voraussichtlich erst nach einem drohenden Fehlbestand eintrifft.

Im Szenariomodus prüfen Disponenten vorab, wie sich eine geänderte Lieferzeit oder Mindestmenge auf den Plan auswirkt. Im Review Cycle arbeiten sie ihre Artikel in einer gemeinsamen, nachverfolgbaren Planungsrunde ab.

Das System schlägt vor, Ihr Team entscheidet.

„Durch die Integration von Advanced AI und Machine Learning in unsere Supply Chain Planung erzielen wir höhere Prognosegenauigkeiten, reduzierte Lagerbestände und treffen smartere, datengetriebene Entscheidungen.“

Tatjana Sauter, Director Supply Chain Management, Eberspächer Group

9. Häufige Fragen zu Supply Chain Planning

Was ist der Unterschied zwischen Supply Chain Planning und Supply Chain Management?

Supply Chain Management steuert die gesamte Lieferkette. Supply Chain Planning ist die planende Komponente darin und legt fest, was wann beschafft, produziert und geliefert wird. Die Ausführung der Pläne im Tagesgeschäft heißt Supply Chain Execution.

Wie hängen Supply Chain Planning und S&OP zusammen?

S&OP ist der Abstimmungsprozess auf der taktischen Ebene des Supply Chain Planning. Das APICS Dictionary beschreibt S&OP als Prozess, der taktische Pläne entwickelt und die Pläne von Vertrieb, Marketing, Entwicklung, Produktion, Beschaffung und Finanzen zusammenführt. Der S&OP-Plan ist die Vorgabe für die detaillierte Produktions-, Material- und Distributionsplanung.

Welche Planungshorizonte gelten für strategische, taktische und operative Planung?

Die strategische Planung reicht über mehrere Jahre. Die taktische Planung umfasst meist mehrere Monate bis wenige Jahre und wird im S&OP-Prozess typischerweise monatlich aktualisiert. Die operative Planung deckt einige Tage bis wenige Monate ab, in der Netzwerkplanung teils nur Stunden.

Wer ist für Supply Chain Planning verantwortlich?

Im S&OP-Prozess führt eine prozessverantwortliche Person den Monatszyklus, Demand- und Supply-Planning-Teams erstellen die Pläne, und die Geschäftsleitung entscheidet im Executive S&OP über die kritischen Punkte. Ein Executive Sponsor aus der Geschäftsleitung setzt die Erwartungen und stellt die Ressourcen bereit. Auf der operativen Ebene setzt die Disposition den Plan über die detaillierte Bedarfsplanung in Bestell- und Bereitstellungsentscheidungen um.

Was ist die Supply Chain Planning Matrix?

Die Supply Chain Planning Matrix ordnet die Planungsaufgaben einer Lieferkette nach Planungshorizont und Prozess. Die Zeilen unterscheiden lang-, mittel- und kurzfristige Aufgaben, die Spalten Beschaffung, Produktion, Distribution und Absatz. Beschrieben haben sie Rohde, Meyr und Wagner im Jahr 2000.

Was macht ein Supply Chain Planner?

Supply Chain Planner erstellen und pflegen die Pläne für Nachfrage, Angebot und Bestände. Je nach Organisation arbeiten sie im S&OP-Prozess in den Demand- oder Supply-Planning-Teams oder übersetzen auf der operativen Ebene den Plan in Bestell- und Bereitstellungsentscheidungen. In kleineren Unternehmen liegen diese Aufgaben oft bei derselben Person.

Was gehört zur Supply Chain Planung?

Typischerweise gehören dazu Bedarfsprognose und Nachfrageplanung, Bestandsplanung, Produktions- und Kapazitätsplanung, Materialbedarfsplanung, Sales and Operations Planning sowie Beschaffungs-, Distributions- und Transportplanung. Sie verteilen sich auf eine strategische, eine taktische und eine operative Planungsebene.

10. Planung mit pacemaker.ai sehen

Wie Demand Forecasting und Replenishment Decision Intelligence Ihren Planungsprozess unterstützen, zeigen wir Ihnen in einem kurzen Termin an einem Beispiel.

30 min Walkthrough

11. Quellen

*Hinweis zur Entstehung: Bei der Recherche und Erstellung dieses Beitrags haben wir KI-gestützte Werkzeuge eingesetzt. Die Inhalte wurden redaktionell geprüft und mit den angegebenen Quellen abgeglichen. Fehler lassen sich trotzdem nicht vollständig ausschließen. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung im Einzelfall. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung für Schäden, die aus der Nutzung der Informationen entstehen, ist ausgeschlossen, soweit dies gesetzlich zulässig ist.

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